Trauma-sensibles Yoga
Wie kann Yoga bei einem Trauma helfen?
Ganz generell lässt sich sagen, dass Yoga vieles beinhaltet und addressiert, was gegensätzlich zu einem Trauma ist:
– Während ein erlebtes Trauma an die Vergangenheit bindet und isoliert, findet Yoga in der Gegenwart statt und sorgt für Verbindung.
– Während ein Trauma mit starken Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht einhergeht, sorgt Yoga für Selbstwirksamkeit und Eigenermächtigung.
– Und während Traumata mit einer rießigen Stressbelastung für unser Nervensystem einhergehen, fördert Yoga die innere Balance.
Immer wieder kann in Studien gezeigt werden, dass traumasensibles Yoga die Symptome von PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) lindern kann, wie beispielsweise hier gezeigt werden konnte. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass traumasensibles Yoga eine stabilisierende Form der Körperarbeit ist, die es Menschen erleichtert, sich so sicher und selbstwirksam wie möglich im Hier und Heute zu erleben. Somit stellt traumasensibles Yoga keine eigene Therapiemethode dar, kann in seinen Aspekten jedoch sehr gut zur eigenen Stabilität beitragen.
Was ist der Unterschied zwischen traumasensiblem Yoga und regulären Yogastunden?
Im traumasensiblen Yoga geht es darum, sich auf wohlwollende und sichere Art dem eigenen Körper (wieder) zuzuwenden. Dabei spielt die äußere Form der einzelnen Asanas keine Rolle, sondern vielmehr soll das innere Erleben geschult werden. Im Gegensatz zu regulären Yogastunden werden hier viele Wahlmöglichkeiten gegeben, so dass sich die Teilnehmenden immer wieder frei zwischen verschiedenen Möglichkeiten entschieden können. Ziel des traumasensiblen Yoga besteht nicht darin, gewissene Haltungen zu meistern, sondern die innere Stabilität zu fördern. Dabei spielen die Arbeit mit dem Nervensystem sowie die Eigenbeobachtung eine zentrale Rolle.